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Ein Plädoyer für den Bund evangelischer Gemeinschaften

Ich kenne keine schönere Aufgabe, als für Einheit zu arbeiten. Das fängt in der Ehe und Familie an und gilt erst recht für die Einheit der Christen weltweit, die an der Fähigkeit zur "Verleiblichung" erkannt werden sollen. Vielleicht ist es am Ende meines Lebens genau das, was ich immer wollte und wofür ich mich restlos eingesetzt habe: Menschen zusammen zu bringen. Das sind wir Jesus, dem Herrn der Gemeinde, schuldig. Individualistische Frömmigkeit erbaut vielleicht privat, aber öffentlich wird nichts bewegt. "Ich in meiner Ecke, Du in deiner" ist ein Auslaufmodell ängstlicher Besitzstandswahrung. Da verkommt die Gemeinde Jesu in Provinzialität, da verliert man den weltweiten Blick für die große Gemeinschaft der Jesus-Leute quer durch alle Denominationen. Danke, ihr lieben Leute von der Marburger Mission, dass ihr uns im DGD diesen Blick auf das große Ganze immer wach gehalten habt. Das war die Idee unseres Werkgründers Theophil Krawielitzki. Er hat die Mutterhausdiakonie nicht in separaten, geschützten Biotopen gepflegt, sondern im DGD vernetzt und vor allen Dingen von Anfang an mit den nach und nach entstandenen Gemeinschaftsverbänden zusammen gebracht.

 

Darum legt z.B. das Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe bis heute großen Wert darauf, dass es ein Gemeinschafts-Diakonissen-Mutterhaus ist: organisch, organisatorisch und personell aufs Engste mit dem Gemeinschaftsverband vernetzt. So bereichern sich beide Lebensformen gegenseitig, das Leben der Schwesternschaft und das Leben der Gemeinschaften und Gemeinden. Da werden nicht nur Traditionen gepflegt, sondern es wird gemeinsam missionarische Verantwortung übernommen, auch wenn dies finanzielle Konsequenzen hat. So steht das Gemeindegründungsprojekt Ingolstadt unter einer gemeinsamen Trägerschaft von Mutterhaus und Verband. Da spürt man die gemeinsame theologische Blutgruppe, die Leidenschaft für verlorene Menschen.

 

Genau das sind die Gründe, die uns bewogen haben, nach der Strukturreform unseres Mutterwerkes DGD e.V., die sicher in jeder Hinsicht wichtig und nötig war, neue Netzwerke zu schaffen, die dafür sorgen, dass das zusammen bleibt, was schon immer zusammen geh?ört. Das neue DGD-Netzwerk ist eigentlich über 100 Jahre alt, es hat nur einen neuen Namen. Dort werden die großen gemeinsamen Ziele gepflegt und zusammen gehalten. Da treffen sich z.B. die Inspektoren der Gemeinschaftsverbände mit den Leitern von Kliniken und therapeutischen Einrichtungen. Da kommen die Dozenten von Tabor mit den Dozenten der Fachakademie für Sozialpädagogik zusammen, da bilden sich Gesprächsebenen von Fachleuten der Verwaltung und der Öffentlichkeitsarbeit. All das dient dazu, dass wir in separaten Körperschaften einen geistlichen Leib bilden und mit einer Stimme nach außen auftreten.

 

Der Bund evangelischer Gemeinschaften tritt an, um das zusammen zu halten, was im DGD-Netzwerk eine besondere Aufgabenstellung hat. So binden sich die Gemeinschaftsverbände mit den drei DGD-Stiftungen so zusammen, dass missionarischer Gemeindeaufbau, innere und äußere Mission, missionarische Medienarbeit und theologische Ausbildung so einmütig und effizient wie möglich verwirklicht werden. Die sieben eingetragenen Vereine bilden einen Bund, um sich besser zu verbinden und mehr Buntheit zu entfalten. Und die drei rechtlich eigenständigen Stiftungen dienen dem Bund mit ihren Spezialkompetenzen. Ein buntes Bündnis schafft neue "Verbindungen".

 

Willkommen im Bund!

 

Jürgen Mette