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Eine Taufe - viele Formen

„Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangeli­um zu verkündigen.“ (1. Kor. 1,17).

Mit diesen Worten des Paulus als Begründung wurde schon in den An­fängen die Priorität in den Gemeinden des heutigen BeG gesetzt. Es geht ums Evangelium und seine Verkündigung in dieser Welt. Und doch hat auch Paulus getauft, und doch erwies es sich als not­wendig, auch in unseren Gemeinschaf­ten über Taufe nachzudenken. Erstmalig geschah dies auf breiter Ebene in den neunziger Jahren und schlug sich in den DGD-Taufthesen von 1997 nieder. Sie hatten das Ziel, dass die Möglichkeit, Taufen in unseren Gemeinschaften durchzuführen, überhaupt erst einmal denkbar wurde. Diese Aufgabe haben die Taufthesen sehr gut erfüllt. Aller­dings befassten sie sich zum großen Teil mit der Taufpraxis. Das Taufverständnis wurde entweder nicht angesprochen oder einfach vorausgesetzt.

 

Die Entwicklung der Gemeinschaften und Gemeinden unseres Bundes schritt in den letzten Jahren kräftig voran. So ist heute die Durchführung von Taufen meist kein Thema mehr - vielerorts wird weiter fröhlich das Evangelium gepredigt und auch getauft. Verändert hat sich die Situation der Gemeinschaf­ten, Gemeinden und Verbände. Waren sie 1997 noch fest in den DGD eingebunden, so sind die Verbände beute weitgehend selbständig und haben sich ihrerseits zu einem Bund zusam­mengeschlossen. Dazu ist die Zahl der evangelischen Gemeinschaften, die unabhängig von ihren jeweiligen Landeskirchen arbeiten, deutlich ge­wachsen. Gerade diese Unabhängigkeit führte leider auch dazu, dass Taufe bzw. deren Verständnis und Praxis zum Zei­chen der Abgrenzung wurden, statt wie es vom Neuen Testament vorgegeben ist, Zeichen der Einheit zu sein. Deshalb beauftragte der neu gegründete Bund evangelischer Gemeinschaften seinen Theologischen Arbeitskreis, sich als erstes der Frage der Taufe zuzuwenden.

Bei der Erarbeitung des Taufpapiers Startet den Datei-Download„Die eine Taufe in der Vielfalt ihrer For­men“ waren drei Akzente leitend:

 

1. Es geht ums Taufverständnis, nicht um die Taufpraxis!

Wir haben festgestellt, dass sowohl das Neue Testament als auch die Kirchengeschichte über weite Strecken wenig bis keine Auskunft zur Taufpraxis geben, sich aber sehr wohl über ein Taufverständnis einig sind. Dieser Schwerpunkt spiegelt sich auch im Titel des Papiers wider: Es ist eine Taufe, wie Paulus das z.B. in Epheser 4 betont - die Formen, in der sie prakti­ziert wird, können sehr vielfältig sein.

 

2. Es geht um Einheit in der Lehre, nicht um Uniformität in der Praxis!

Im Zentrum steht, was die Heilige Schrift über die Taufe lehrt - darin suchen wir Einheit. Taufe gibt Chris­tus die Ehre, als dem, der für und an Menschen bandelt. Diese Lehre kann und soll sich in ganz unterschiedlichen Formen niederschlagen. Hier haben sich auch in unseren Gemeinschaften und Gemeinden Traditionen entwickelt, die uns gegenseitig bereichern können und die wir mit dem neuen Taufpapier auch ausdrücklich bejahen wollen.

 

3. Es geht darum, Menschen für Christus zu gewinnen, und nicht darum, über Taufe zu streiten!

Auch wenn Taufe das erste Arbeitsthe­ma des Theologischen Arbeitskreises war und das erste Dokument dieses Arbeitskreises ist, das von der BeG-Delegiertenversammlung verabschiedet wird: Taufe ist nicht das Zentrum, es geht um das Evangelium und seine Verkün­digung in der Welt, Gott zur Ehre und Menschen zum Segen.

 

Dr. Norbert Schmidt

Direktor des Theologischen Seminars

der Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor

und Leiter des Theologischen Arbeitskreises des BeG

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